Chanel feiert das „Northern Girl“ in Manchester


Regen ist das andere, wofür Manchester berühmt ist – denken Sie an LS Lowrys Gemälde von „Streichholzmenschen“, die sich gegen das Wetter wehrten, während sie zur Arbeit in den Mühlen stapften. Pünktlich regnete es in Strömen zur Métiers d’Art-Ausstellung. Scharen von internationalen Gästen mit Regenschirmen strömten zu Pub-Sitzplätzen im Freien entlang der Thomas Street, einem typischen roten Backsteinviertel mit Bars, Plattenläden, Tattoo-Studios und unabhängigen Geschäften, die Chanel für die Nacht mit einer Überdachung ausgestattet hatte.

Die Northern-Girl-Interpretation wurde mit einem bewussten Augenzwinkern an die Popkultur der Arbeiterklasse der 60er bis 80er Jahre gestylt, mit seitlich gestylten Ponyfrisuren und nackten Beinen (Manchester-Typen sind landesweit dafür bekannt, der Kälte zu trotzen). Viard ist dafür bekannt, Chanel einen Sinn für das Echte und Jugendliche zu verleihen. Sie spielte mit Variationen von Tweed-Anzügen, knielangen bis A-Linien-Minis, Radlershorts unter Mänteln, Beatle-Mützen und Kettengürteln. Dann kamen die New-Wave-Clubmädchen, einige in schwarzem Lackleder gekleidet – mit einem coolen Regenspritzer-Effekt versehen – andere in Babydoll-Kleidern mit Miedern, die mit Doppel-C-Sicherheitsnadeln oder Jet-Stickereien auf Schallplatten verziert waren.

Karl Lagerfeld rief die Métiers d’Art-Shows ins Leben, um die Handwerkskunst der spezialisierten Couture-Anbieter zu demonstrieren – Häuser, die Chanel besitzen. Lesage erläutert die Stickereien, Goossens den Schmuck, Lemarie die Federarbeiten, Montex die Stickereien und Barrie die schottischen Kaschmirstrickwaren. Viard hatte Spaß mit Pullovern, Mützen und Schals mit Souvenir-Slogans, die teils von Fußballplätzen und teils von Vereinsflyergrafiken inspiriert waren.

Es war natürlich alles sehr Chanel und sehr Pariser; Sie weicht nie so weit von den Hausklassikern ab. Es herrschte auch eine gewisse Treue gegenüber den Smartness-Standards der Frauen und Mädchen aus Manchester. Auch wenn das Geld knapp war – bei den Löhnen der Fabrikarbeiter – war es schon immer die Lebensart dieser Stadt, sich zum Ausgehen gut zu kleiden. Auf die eine oder andere Weise war es eine Show, die die Stadt stolz machte.

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